Der Notar

Der Notar ist ein besonders fachkundiger und unabhängiger Berater und Betreuer der Beteiligten.

Er soll den Willen der Beteiligten erforschen, den Sachverhalt klären, die Beteiligten über die rechtliche Tragweite des Geschäfts belehren und ihre Erklärungen klar und unzweideutig in der Niederschrift wiedergeben. Dabei soll der Notar darauf achten, dass Irrtümer und Zweifel vermieden sowie unerfahrene und ungewandte Beteiligte nicht benachteiligt werden. Dieser Grundsatz, der in § 17 Abs. 1 des Beurkundungsgesetzes (BeurkG) niedergelegt ist, stellt hohe Anforderungen an den Notar. Hierbei ist er auf die Mitwirkungen der Beteiligten angewiesen, die dem Notar alle notwendigen Informationen zur Durchführung des Geschäfts mitteilen müssen. Diese Informationen werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt. Strikte Unparteilichkeit und Verschwiegenheit sind weitere besondere Kennzeichen eines Notars.

Die Aufgaben des Notars

  • Beurkundung durch den Notar

Der Notar beurkundet ein Rechtsgeschäft, wenn das Gesetz die notarielle Beurkundung vorschreibt oder die Vertragsparteien die notarielle Beurkundung als besonderes Formerfordernis vereinbaren. Das Gesetz schreibt die notarielle Beurkundung nur für solche Rechtsgeschäfte vor, die für die Beteiligten besonders weitreichende persönliche und wirtschaftliche Bedeutung haben. Nur beispielhaft sollen hier einige der bedeutendsten Rechtsgeschäfte genannt werden: 

Im Immobilienrecht geht es um den Ankauf oder Verkauf eines Grundstücks oder einer Eigentumswohnung. Da hier besonders hohe Werte transferiert werden, muss zwingend ein Notar mit der Begründung und Abwicklung des Rechtsgeschäfts betraut werden. 

Im Erbrecht geht es um die notarielle Beurkundung von Erbverträgen oder Testamenten einschließlich des sogenannten Berliner Testaments. Obwohl Testamente auch privatschriftlich errichtet werden können, ist es sinnvoller, diese von einem Notar entwerfen zu lassen. Nur er hat oftmals die Erfahrung und das Wissen, um den letzten Willen einwandfrei umsetzen zu können.

Im Familienrecht werden überwiegend Eheverträge oder Scheidungsfolgenvereinbarungen beurkundet. Beide Vertragsformen bedürfen zwingend der notariellen Beurkundung, schon damit ein Beteiligter nicht von dem anderen übervorteilt wird und die ehelichen Lasten gerecht verteilt werden. 

Im Gesellschaftsrecht bedarf zum Beispiel die Gründung einer GmbH, einer UG oder Aktiengesellschaft notarieller Beurkundung. Da die Haftung der Beteiligten im Gründungsstadium einer Gesellschaft oftmals von erheblicher Bedeutung ist, hat sich der Gesetzgeber dazu entschieden, diesen Bereich in die Hände von Notaren zu legen. Der Notar ist verpflichtet, die Gesellschafter über die bei Gründung bestehenden Gefahren zu belehren. Er trägt damit zum wirtschaftlichen Erfolg einer Gesellschaft bei.

  • Beglaubigung durch den Notar

Der Notar beglaubigt die Unterschrift einer Person, wenn der Nachweis zu erbringen ist, dass diese von einer bestimmten Person stammt und der Aussteller die Unterschrift persönlich vor dem Notar vollzogen oder anerkannt hat. Viele Rechtsgebiete sehen vor, dass die Unterschrift eines Beteiligten beglaubigt werden muss. So bedarf es dieser Form insbesondere im Grundbuchrecht. Gemäß § 29 Grundbuchordnung (GBO) soll eine Eintragung nur vorgenommen werden, wenn die Eintragungsbewilligung oder die sonstigen zu der Eintragung erforderlichen Erklärungen durch öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunden nachgewiesen werden. Im Handelsregisterrecht müssen die Anmeldungen in beglaubigter Form erfolgen, wobei hier noch die Besonderheit besteht, dass seit dem 01.01.2007 nur noch die elektronisch beglaubigte Form zugelassen ist.